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"Für offenen Umgang mit Sexualität und sexueller Gesundheit viel erreicht“

Am 4. September wird weltweit der „Tag der sexuellen Gesundheit“ mit zahlreichen Aktionen gewürdigt. Die World Association for Sexual Health (WAS) hat diesen Tag im Jahr 2010 ins Leben gerufen. In diesem Jahr stehr der Tag unter dem Motto "In a diverse world, sexual health for all" (Informationen unter http://www.worldsexology.org/)

 

Die DSTIG hat zum Welttag der sexuellen Gesundheit folgende Pressemitteilung verfasst:


postkarte_welttag sex.gesundheit 4.sept

 

Am 4. September wird unter dem Motto „In einer vielfältigen Welt – sexuelle Gesundheit für jeden“ der Welttag sexuelle Gesundheit gefeiert, der 2010 von der „World Association for Sexual Health“ (WAS) ins Leben gerufen wurde. „In Deutschland haben wir seit dem Aufkommen von HIV/AIDS und der damit einhergehenden Diskriminierungswelle gegen Homosexuelle für einen offenen Umgang mit Sexualität und sexueller Gesundheit viel erreicht“ bestätigt Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D. Sie konnte in den 1980er Jahren durch Ihr politisch wegweisendes Engagement eine AIDS-Politik für Deutschland durchsetzten, welche alle Akteure im Gesundheitsbereich vereinte und bis heute die Präventionsstrategie prägt. Auch die Präventionskampagnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben sehr erfolgreich die Bevölkerung über HIV aufgeklärt und ein breites Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität geschaffen.

„Der Welttag für sexuelle Gesundheit ist ein guter Anlass, um sowohl die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren, Diskriminierung entgegenzuwirken, Präventionsmaßnahmen zu proklamieren, als auch auf politischer Ebene Gehör für Verbesserungsvorschläge unseres Versorgungsangebotes zu finden“ erklärt Professor Norbert Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft, der an der Bochumer Universitätshautklinik das Zentrum für sexuelle Gesundheit leitet.

 

Doch was genau ist sexuelle Gesundheit? Hierunter ist mehr zu verstehen, als die Abwesenheit von Krankheiten (sexuell übertragbaren Infektionen, STI) oder sexueller Dysfunktion. Es geht um das ganzheitliche Wohlbefinden. Dazu zählen die Freiheit von sexuellem Zwang, Missbrauch und sexueller Gewalt sowie der Genuss von Sexualität. Der Schutz vor Erkrankung (Prävention) im Zusammenhang mit dem Sexualleben muss möglich und entsprechende Behandlungs- und Beratungsangebote erreichbar sein. „An diesen Punkten müssen wir in Deutschland arbeiten. Unsere Gesundheitsangebote sind noch nicht umfassend und auch nicht für jeden erreichbar“ kritisiert Brockmeyer. Das englische Vorbild der „GUM-Kliniken“ für urogenitale Medizin zeigt, wie dies umzusetzen ist: Hier werden kostenfrei und auf Wunsch auch anonym Beratung zu sexuellen Problemen oder auch spezielle Sprechstunden z.B. Paare mit unerfülltem Kinderwunsch oder für Sexarbeiter/innen angeboten, sowie alle medizinischen und psychotherapeutischen Behandlungen, einschließlich STI-Tests. Dies alles gibt es hier in einem Zentrum und nicht wie in Deutschland noch üblich, in unterschiedlichen Einrichtungen.

 

Deutsche STI-Gesellschaft steht für Interdisziplinarität

Gemeinsam mit Medizinern unterschiedlicher Fachrichtungen, Therapeuten, Mitarbeitern von Beratungsstellen und Gesundheitsämtern arbeitet Brockmeyer für die Deutsche STI-Gesellschaft (DSTIG), die als interdisziplinäre medizinische Fachgesellschaft für ein ganzheitliches Gesundheitskonzept steht. Obgleich in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel erreicht wurde für einen offenen Umgang mit Sexualität, der Gewährung sexueller Rechte, sexueller Freiheit und sexueller Selbstbestimmung, scheuen immer noch viele Menschen aus Angst vor Diskriminierung, Scham oder aufgrund von Unwissenheit den Gang zur Beratungsstellen, Gesundheitsämtern oder Kliniken. Die bundesweite Einführung von Zentren für sexuelle Gesundheit, die alle Angebote vereinen, wäre der nächste Schritt auf dem Weg zur sexuellen Gesundheit.

 

Politischer Handlungsbedarf zur Stärkung der sexuellen Gesundheit

Drei Punkte, so fordert Brockmeyer, müssen oben auf die gesundheitspolitische Agenda und zeitnah umgesetzt werden: Zum einen die Stärkung der Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV), zweitens die finanzielle Absicherung zur Sicherstellung der Versorgung und Diagnostik im STI-Bereich, und zum dritten die Möglichkeit der Abrechnung von Behandlungsleistungen nicht-versicherter Personen.

 

Kontakt:

Prof. Dr. N.H. Brockmeyer

Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG)
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