DSTDG-Mitglied werden!

Facebook

Twitter

Wikipedia

Aus der Geschichte lernen!

PRESSEMITTEILUNG DER DSTIG

Prostitution - aus der Geschichte lernen!

„In der aktuellen Diskussion über ein Prostitutionsverbot und eine Bestrafung von Freiern werden wichtige Erfahrungen ausgeklammert.“ Darauf weist der Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG) Norbert H. Brockmeyer hin. Die DSTIG ist eine medizinische und interdisziplinäre Fachgesellschaft zur Förderung sexueller Gesundheit.

 

Sexualität als Triebfeder der Prostitution ist nicht zu verbieten

Brockmeyer, der als Dermatologie-Professor seit Jahrzehnten an der Ruhr-Universität in Bochum Menschen aus der Prostitution behandelt, fordert die Entscheidungsträger auf, Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Geschichte zu nutzen: „Schon vor genau 100 Jahren gab es eine gesellschaftliche Diskussion, in der Prostitution als Bedrohung bürgerlicher Werte und als Gefährdung der öffentlichen Gesundheit durch Geschlechtskrankheiten betrachtet wurde.“ Damals habe die Frauenbewegung für die berufliche Anerkennung von Prostituierten gekämpft. Dieser Kampf habe erfolgreich zu einer Liberalisierung geführt – und damit den damaligen sozialen Stand der Sexarbeiterinnen wesentlich verbessert. „Diese Liberalisierung wird nun ausgerechnet durch Teile der Frauenbewegung gefährdet“, mahnt Brockmeyer.

 

Keine Verdrängung in die Illegalität!

Nach Erfahrungen des STI-Experten (STI = sexuell übertragbare Krankheiten) verlagern sich bürgerlich nicht opportune Phänomene in den Untergrund, wenn sie abgelehnt oder gar bestraft werden. „Wo Menschen diskriminiert und ausgegrenzt und der Willkür ausgeliefert werden, hat auch die Gesundheitsförderung keinen Zugang mehr“, weiß der Arzt und nennt als Beispiel Schweden: Dort haben das Verbot und die Bestrafung von Freiern dazu geführt, dass Sexarbeit jetzt im Untergrund stattfindet und die Prostituierten illegal und damit schutzlos arbeiten müssen.

Die Erfolge im Umgang mit der HIV-Infektion hätten dagegen gezeigt, dass sich die soziale Situation der mit HIV Infizierten nur verbessert, wenn sie nicht diskriminiert werden. „Auch für den offenen und anerkennenden Umgang mit Homosexualität mussten wir lange kämpfen!“

 

Sexarbeit und Menschenhandel nicht vermischen

Menschenhandel und Niedriglohn-Ausbeutung dürfen nach Ansicht des DSTIG-Präsidenten nicht allein innerhalb der Prostitution geahndet werden. „Wir brauchen freie und selbstbestimmte Rahmenbedingungen für die Sexarbeit und die Anerkennung als Beruf – mit allen sozialen Rechten und Pflichten. Nur so verhindern wir soziale Stigmatisierung, Menschenhandel und Ausbeutung!“ Wer Zwangsarbeit und Menschenhandel ausschließlich im Zusammenhang mit Prostitution diskutiert, riskiere eine „Pseudo-Fürsorge“, die dem Individuum und der Gesellschaft schadet,“ sagt Brockmeyer.

 

Freiwillige Untersuchungen anbieten – ohne Zwang!

Das Infektionsschutzgesetz verpflichtet deutsche Gesundheitsämter, Untersuchungen für bestimmte Zielgruppen wie Sexarbeiterinnen anzubieten. Niedrigschwellige Untersuchungen mit gutem Beratungs- und Untersuchungsniveau werden auch heute schon von den Menschen in der Sexarbeit angenommen, weiß Brockmeyer. Daher sei es möglich, Menschen auf freiwilliger Basis zu erreichen. „Allerdings müssen wir sie auch wie Menschen behandeln!“ Pflichtuntersuchungen hätten die sozialen und gesundheitlichen Bedingungen noch nie verbessert, sondern ausschließlich die Diskriminierung gefördert.

„30 Jahre Erfahrung im Umgang mit HIV und Aids haben uns gelehrt, dass wir ohne erhobenen Zeigefinger, nicht stigmatisierend, offen und mit guten Angeboten, auf die Menschen zugehen müssen, dies schließt auch Menschen ohne Versicherungsschutz ein“, weiß der Mediziner. Mit diesem liberalen und akzeptierenden Ansatz sei Deutschland heute europaweit eines der Länder mit den niedrigsten HIV-Infektionszahlen. „Genau so werden wir SexarbeiterInnen und ihre Kunden erreichen, um sie aufzuklären, beraten und bei Bedarf versorgen zu können“, ist Brockmeyer überzeugt.

 

 brockmeyer

 

Kontakt: Deutsche STI-Gesellschaft (DSTIG) www.dstig.de E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer, Dermatologische Klinik der Ruhr-Universität Bochum

Gudrunstr. 56, 44791 Bochum        Tel. 0234-5093471             E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

http://wimpernserum-vergleich.de . Schwarze maske herren hier