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Pressemitteilung der DSTIG

Sexuelle Gesundheit im Fokus

DSTIG fordert bessere Gesundheitsversorgung bei sexuell ĂĽbertragbaren Infektionen und eine sachliche Diskussion des Themas Sexarbeit

 

Berlin/ Bochum, im Februar 2014 - Die „Sektion Sexuelle Gesundheit“ der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG) beschloss bei ihrem letzten Treffen in Berlin künftig neue Prioritäten zu setzen. Zur Förderung der sexuellen Gesundheit in Deutschland soll zum einen die Struktur der Gesundheitsversorgung verbessert werden. Zum anderen will die Sektion eine sachstandsorientierte Diskussion zur Sexarbeit jenseits der gegenwärtig stark ideologisch bestimmten Debatte anregen. Norbert Brockmeyer, Präsident der DSTIG, hob hervor: „Als Fachgesellschaft wollen wir Zukunft mit gestalten. Wir treten ein für eine bedarfsgerechte Versorgung und wir müssen insbesondere beim Thema Sexarbeit sachlich diskutieren – nur dann können wir konkrete Verbesserungen der sexuellen Gesundheit in Deutschland erreichen“.

In der Gesundheitsversorgung beobachtet die Sektion Unter- und Fehlversorgung für Anliegen der sexuellen Gesundheit wie Verhütungsfragen oder sexuell übertragbare Infektionen (STI*). Die derzeitigen Angebote – auch was Screening und Impfungen betrifft – sind nur bedingt am Bedarf der Bevölkerung orientiert und häufig abhängig von lokalen finanziellen Bedingungen und öffentlicher Aufmerksamkeit. Die Sektion will diese Defizite aufzeigen und neue Versorgungsmodelle, etwa interdisziplinäre Behandlungszentren, vorstellen.

Beim Thema Sexarbeit geht es darum, die einseitig geführte Debatte um die Pläne zur Verschärfung des Prostitutionsgesetzes sachlich zu begleiten. Im engen Dialog mit verschiedenen Interessengruppen sollen Präventionsmaßnahmen vorgestellt werden, die auf Selbstverantwortung und Freiwilligkeit basieren. „Forschung zur Sexarbeit ist uns besonders wichtig, denn es fehlen Daten und Studien, die zeigen, welche Maßnahmen im Hinblick auf Sexarbeit zielführend sind. Schon aus der historischen Erfahrung wissen wir, dass Diskriminierung und Illegalisierung nicht der richtige Weg sind“, so Harriet Langanke, Sprecherin der neuen Arbeitsgruppe Sexarbeit.

Die Deutsche STI-Gesellschaft setzt sich für die Förderung der sexuellen Gesundheit ein. Diese umfasst den Status sexueller Zufriedenheit, sexueller Erfüllung, sexueller Bildung und viele weiterer Faktoren. Sie definiert sich nicht durch die bloße Abwesenheit von Infektionen, Erkrankungen, sexuellen Störungen oder sexueller Gewalt. Vielmehr sind ein Spektrum und die Ausgewogenheit geistiger, psychosozialer, gesellschaftlicher und gesundheitlicher Faktoren ausschlaggebend. In der „Sektion Sexuelle Gesundheit“ der DSTIG sind bundesweit Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen vertreten. Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 hat die Sektion Standards zur STI-Prävention entwickelt, Standards für die Beratung, Diagnose und Therapie formuliert und Indikatoren für sexuelle Gesundheit erarbeitet.

* STI: sexually transmitted infections: sexuell ĂĽbertragbare Infektionen

 

Diesen Text finden Sie hier auch als PDF-Dokument.

 

Kontakt:
Prof. Dr. N.H. Brockmeyer
Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG)

Gudrunstr. 56; 44791 Bochum
Tel.: 0234-509 3471, 74 // Fax: 0234-509 3472, 75
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