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Mediziner-Kongress einmal anders: Debatte über sexuelle Gesundheit

sti-kongress_7  Foto: Der STI-Jubiläumskongress 2012 im Roten Rathaus: Die Kongresspräsidenten Professor Sterry und Professor Brockmeyer verfolgen in der ersten Reihe (vorne links) den Kongressauftakt.

 

Die alarmierend hohe Neuinfektionsrate mit Syphilis, die vom Robert Koch-Institut in den städtischen Hochburgen auf fast ein Viertel beziffert wurde, sowie hyper-resistente Gonorrhoe-Erreger (Gonokokken) haben gezeigt: Sexuell übertragbare Infektionen (STI) sind längst ein Thema der Volksgesundheit geworden.

„Wir müssen die Gesellschaft intensiv über STI informieren, dieses Thema aus der „Schmuddelecke“ holen und in Prävention und neue Behandlungsstrategien investieren“ sagt Professor Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft, DSTIG. Gemeinsam mit seinem Berliner Dermatologen-Kollegen Professor Sterry, Charité Berlin, veranstaltete er gerade den Jubiläumskongress im Roten Rathaus, Berlin, bei dem aus allen Blickwinkeln über sexuell übertragbare Infektionen und über die individuellen Voraussetzungen für die persönliche sexuelle Gesundheit debattiert wurde. Und das nicht nur von MedizinerInnen, sondern auch zahlreichen VertreterInnen des öffentlichen Gesundheitsdienstes, gemeinnützigen Organisationen, Beratungsstellen u.v.m.

 

Ausbreitung der Syphilis erschreckend

Alarmierend ist die starke Ausbreitung der Syphilis im letzten Jahr, und auch für 2012 ist mit einer ähnlichen Situation zu rechnen. „Auf unserem STI-Kongress wurde noch einmal deutlich, dass wir zwar über sehr gute Behandlungsmethoden verfügen, oft aber leider die Patienten aus Scham nicht rechtzeitig zu uns in die Klinik kommen“ berichtet Brockmeyer, der an der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum als Leiter des Zentrums für Sexuelle Gesundheit ebenfalls eine zunehmende Zahl von Syphilisfällen sieht. Dabei sei es grundsätzlich wichtig, so Brockmeyer, Sexualität nicht zu pathologisieren und auf die Krankheitsgefahr zu reduzieren: „Dennoch sollte man das persönliche Risiko kennen und sich entsprechend präventiv und verantwortungsvoll – auch dem Partner gegenüber –verhalten“.

Erste Anzeichen für eine STI können Juckreiz oder Ausfluss sein, doch es gibt auch Infektionen, die völlig asymptomatisch verlaufen, das heißt ohne spürbare oder sichtbare Veränderungen. „Gerade diese asymptomatischen Infektionsverläufe wie bei der Chlamydien-Infektion und der Gonorrhoe führen sehr schnell zu einer Ausbreitung von STI. Daher müssen wir verstärkt für regelmäßige ärztliche Präventionsuntersuchungen werben“. Ein Problem hierbei sei die Nicht-Abrechenbarkeit von Beratungsgesprächen, was dazu führt, dass in einigen Praxen die Beratung zur sexuellen Gesundheit zu kurz kommt.

 

Resistente Gonorrhoe Erreger erfordern politisches Handeln

Auch beim Jubiläumskongress waren sich die Fachleute einig: Um eine Ausbreitung der resistenten Gonorrhoe-Erreger zu verhindern, ist zum einen die Entwicklung einer medizinischen Behandlungsleitlinie dringend erforderlich, und zum anderen die Bereitstellung von wirksamen Antibiotika notwendig. Die Deutsche STI-Gesellschaft wird in Kürze die auf dem Kongress diskutierte neue Leitlinie zur Behandlung der Gonorrhoe veröffentlichen, die klare Behandlungshinweise enthält und somit einer Resistenzbildung aufgrund von teilweise zu niedrig dosierten Therapien vorbeugt. „Doch dann benötigen wir in Deutschland auch die entsprechenden Antibiotika wie beispielsweise Spectinomycin, die zur Zeit nur über das Ausland zu beziehen sind. Hier müssen wir mit der Politik zusammenarbeiten und Lösungen suchen“. Erste Gespräche mit Mitgliedern des Gesundheitsausschusses hätten hierzu bereits stattgefunden, so Brockmeyer. „Schließlich ist allen klar, dass wir dringend handeln müssen, damit wir nicht bald genauso von resistenten STI-Erregern übermannt werden, wie einst von H1N1 Erregern bei der Vogelgrippe-Epidemie“.

 

Kontakt:

Prof. Dr. N.H. Brockmeyer

Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG)

Gudrunstr. 56 ; 44791 Bochum
Tel.: 0234-509 3471, 74 ; Fax: 0234-509 3472, 75

info[at]dstig.de

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