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BeitrÀge

PrÀexpositionsprophylaxe (PrEP)

Die HIV-PrĂ€expositionsprophylaxe (PrEP) ist eine neue Möglichkeit, wie sich HIV-negative Menschen, die einem eventuellen Risiko ausgesetzt sind, durch die vorbeugende Einnahme von Emtricitabin plus Tenofovir (Truvada Âź) vor einer HIV-Infektion schĂŒtzen können. In zwei veröffentlichten Studien (PROUD und IPERGAY) wurde eine hohe Wirksamkeit der PrEP beobachtet. Die Firma Gilead hat einen Zulassungsantrag bei der EuropĂ€ischen Zulassungsbehörde eingereicht. Es wird damit gerechnet, dass in der nahen Zukunft die PrEP auch in Deutschland zugelassen wird. FĂŒr die HIV-PrĂ€vention ergeben sich hieraus neue Bedingungen, auf die sich auch alle Menschen in der HIV-Behandlung und -Beratung einstellen mĂŒssen.

 

Die DSTIG hat eine Mitglieder-Umfrage zu PrEP durchgefĂŒhrt. Auf Basis eines Online-Fragebogens ist ein interessantes Meinungsbild entstanden. Die Teilnahme an der Umfrage, die im April 2016 durchgefĂŒhrt wurde, war freiwillig und anonym.
62 Mitglieder der DSTIG haben sich an der Umfrage beteiligt.

 

HIER finden Sie die Ergebnisse in Grafiken dargestellt (PDF)

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Chemsex

ChemSex“ - das ist der Ausdruck dafĂŒr, wenn chemische Drogen beim oder vor dem Sex eingenommen werden, teils auch intravenös. Kontrollverlust, das Teilen von Nadeln, UnterschĂ€tzung des Risikos – all das fĂŒhrt zu einer erhöhten Infektionsgefahr – nicht nur fĂŒr HIV, sondern auch fĂŒr andere sexuell ĂŒbertragbare Infektionen.

 

Der Trend zum Chemsex wurde zunĂ€chst verstĂ€rkt in Großbritannien verzeichnet, ist aber schon lĂ€ngst auch in Deutschland angekommen. Konsumiert werden dabei Stimulantien wie Mephedron oder Crystal Meth, GHB (GammahydroxybuttersĂ€ure) und seine Vorstufe GBL (Gamma-Butyrolacton), auch als k.o.-Tropfen bekannt.

 

Lesen Sie mehr zu dem Thema in der Presse hier.

STD/STI und MobilitÀt

Sexuell ĂŒbertragbare Infektionen (STI) verbreiten sich außerhalb einer geographisch oder sozial begrenzten Gruppe meist erst dann, wenn Menschen außerhalb dieser Gemeinschaft sexuelle Beziehungen eingehen. So sind sexuell ĂŒbertragbare Infektionen und MobilitĂ€t auf ebenso vielfĂ€ltige Weise miteinander verbunden wie SexualitĂ€t und MobilitĂ€t.

 

FĂŒr die meisten Menschen gilt:

  • wer jung und ohne familiĂ€re Bindungen ist, ist mobiler als andere – und tendenziell sexuell aktiver;
  • wer keine passenden Partnerinnen oder Partner findet, verlĂ€sst seine soziale Gemeinschaft eher; ganz besonders dann, wenn diese das eigene sexuelle Verhalten nicht akzeptiert oder gar verfolgt;
  • wer andere Gesellschaften kennenlernt, trifft auch eher auf andere Werte, Normen und Möglichkeiten zu SexualitĂ€t und Partnerschaft;
  • wer sich nur befristet an einem fremden Ort aufhĂ€lt oder wer dort keine Zukunftsperspektive fĂŒr sich sieht, geht dort seltener eine feste Partnerschaft – aber durchaus sexuelle Beziehungen! – ein.

 

All dies sind historisch keine neuen Erscheinungen. Neu sind lediglich die Geschwindigkeit und Frequenz, mit der Menschen ihre Aufenthaltsorte wechseln können, sowie die Zahl der Menschen, die dies tatsÀchlich tun.

Sexuelle Kontakte außerhalb einer dauerhaften Bindung werden, nach wie vor, eher MĂ€nnern zugestanden. Deswegen schafft die MobilitĂ€t von MĂ€nnern (ob Dienstreise, Arbeitssuche oder MilitĂ€reinsatz) oft auch eine Nachfrage nach unverbindlichen sexuellen Kontakten und solchen gegen Entgelt (Paysex/Prostitution).

Frauen sind erst in den letzten Jahrzehnten zunehmend auch allein auf Einkommenssuche. Viele setzen dazu traditionell weibliche FĂ€higkeiten (Hausarbeit, pflegerische Dienste u.Ă€.) ein – oder ihre SexualitĂ€t. Über die Bedingungen, in denen dies geschieht, können sie allerdings hĂ€ufig nicht selbst entscheiden. Deswegen sind mobile Frauen besonders vulnerabel fĂŒr gesundheitliche Risiken – gerade auch durch STI.

Selbst wer ohne wirtschaftliche oder soziale ZwĂ€nge mobil ist, kann mit sexuellen Kontakten die Hoffnung auf eine dauerhafte Beziehung verbinden. Frauen sind durch romantische Vorstellungen („Risikofaktor Liebe“) hĂ€ufiger gefĂ€hrdet als MĂ€nner – und damit auch vulnerabler fĂŒr STI.

 

STI können sich besonders gut verbreiten, wenn

  • ungewohnte Werte und Normen zu riskantem Verhalten fĂŒhren;
  • sexuell aktive Menschen wegen sprachlicher, sozialer und kultureller Barrieren keine angemessene Informationen erhalten;
  • mobile Menschen keinen angemessenen Zugang zu medizinischen und sozialen Angeboten haben.

Aktuelle BeitrÀge zum Thema Sexarbeit

Die Sektion Sexuelle Gesundheit der DSTIG hat seit Februar 2014 eine Arbeitsgruppe zum Thema Sexarbeit (Leitung: Harriet Langanke, stellv. Elfriede Steffan) gegrĂŒndet. Informationen rund um das Thema Sexarbeit finden Sie hier auf dieser Seite. Haben Sie interessante, aktuelle Artikel etc.? Schicken Sie uns Ihre Informationen an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. Möchten Sie sich in der AG engagieren? Schreiben Sie uns an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. – wir nehmen Sie gern in den Verteiler auf.

 

Im Jahr 2013 hat sich der Berufsverband Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen gegrĂŒndet. Der Verband ist ein wichtiger Partner der AG Sexarbeit. Er setzt sich fĂŒr bessere Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiter_innen und gegen Diskriminierung und Kriminalisierung von Menschen in der Sexarbeit ein.

 

 

Positionen der DSTIG


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Stellungnahme der DSTIG zur Umsetzung des geplanten Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG)

Die Stellungnahme der DSTIG vom 22.09.2016 finden Sie HIER ALS PDF

 

Stellungnahme der DSTIG zum Referentenentwurf des Gesetzes zur "Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz von in der Prostitution tÀtigen Personen"

Die Stellungnahme der DSTIG vom 11.09.2015 finden Sie HIER ALS PDF


POSITIONSPAPIER DER DSTIG ZUM PROSTITUIERTENSCHUTZGESETZ

Die Deutsche STI-Gesellschaft (DSTIG) ist eine interdisziplinÀre, wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Förderung sexueller Gesundheit. Sie hat Standards zur PrÀvention sowie Empfehlungen zur Beratung zur sexuellen Gesundheit entwickelt. Stand: MÀrz 2015. HIER ALS PDF



PRESSEMITTEILUNG DER DSTIG

Abschlussbericht "Runder Tisch Prostitution NRW" - DSTIG begrĂŒĂŸt die Ergebnisse

10.10.2014: Der Bericht liefert erstmals SchĂ€tzungen zur Prostitution in NRW: Demnach gibt es zwischen 25.000 und 45.000 Prostituierte, von denen etwa zehn Prozent auf dem Straßenstrich und ĂŒber 50 Prozent in privaten Wohnungen arbeiten. Interessant ist nach Ansicht der DSTIG auch, dass der Runde Tisch keinen Beleg fĂŒr die These fand, mit dem Prostitutionsgesetz von 2002 sei der Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung gestiegen.

Lesen Sie die gesamte PRESSEMITTEILUNG HIER ALS PDF

Den Abschlussbericht finden Sie HIER ONLINE

 

PRESSEMITTEILUNG DER DSTIG

Warum ein Statement der DSTIG zur gesetzlichen Regelung der Prostitution?

Auch wenn in der letzten Legislaturperiode des Bundestages das „Gesetz zur BekĂ€mpfung des Menschenhandels und Überwachung von ProstitutionsstĂ€tten“, nicht mehr verabschiedet wurde, geht die politische und gesellschaftliche Diskussion zum Thema Prostitution weiter. Neue Gesetzesvorhaben, z.B. zur Regelung des Betriebes von ProstitutionsstĂ€tten, sind zu erwarten. Die DSTIG ist eine Fachgesellschaft, in der sich Fachleute aller relevanten Disziplinen der Praxis, Forschung und Wissenschaft der Förderung der sexuellen Gesundheit widmen. Die vielfĂ€ltige interdisziplinĂ€re Expertise der DSTIG bringt gesundheitspolitische Aspekte in die Debatte ein und kann dazu beitragen, diese zu versachlichen. 

Zum Download die Positionierung der DSTIG HIER als PDF

 

PRESSEMITTEILUNG DER DSTIG

Prostitution - aus der Geschichte lernen!

„In der aktuellen Diskussion ĂŒber ein Prostitutionsverbot und eine Bestrafung von Freiern werden wichtige Erfahrungen ausgeklammert.“ Darauf weist der PrĂ€sident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG) Norbert H. Brockmeyer hin. Die DSTIG ist eine medizinische und interdisziplinĂ€re Fachgesellschaft zur Förderung sexueller Gesundheit.
Finden Sie HIER die aktuelle Pressemitteilung zur Diskussion.

 

 

Pressespiegel / Publikationen

 

Caritas Essen warnt vor Pflichtuntersuchungen

07.10.2014: Die Bundesregierung plant die WiedereinfĂŒhrung von Zwangsuntersuchungen fĂŒr Prostituierte. Die Gesetzesinitiative ruft die Caritas im Bistum Essen auf den Plan. Sie befĂŒrchtet, dass durch das Gesetz die Arbeit der Streetworker erschwert werde. 850 Sexarbeiter wĂ€ren in Essen betroffen.

„Die Arbeit von Streetworkerinnen wird durch erzwungene Untersuchungen erschwert. Gerade der Zugang zu Opfern von Menschenhandel oder Zwangsprostituierten basiert auf Vertrauen, nicht auf Zwang. Ordnungspolitisches AufrĂŒsten bringt nur Vertrauensverlust“, kritisiert Andreas Meiwes, Caritasdirektor im Bistum Essen.

Lesen Sie den Artikel HIER ONLINE

 

Prostitution und VerÀnderungen durch das Internet. von Nicola Döring, TU Ilmenau

Lesen Sie den Artikel HIER ONLINE

 

IrrtĂŒmer zu Prostitution in Deutschland. von Matt Lehmann, Uni Belfast

Lesen Sie den Artikel HIER ONLINE  (fĂŒr den englischen Text ein wenig nach unten scrollen)

 

Nachlese zum Sexarbeitskongress des BesD in Berlin. Manuskripe und Informationen HIER ONLINE

 

The Evidence Is In: Decriminalizing Sex Work Is Critical to Public Health

During the 2014 International AIDS conference, The Lancet medical journal released a series of articles focused exclusively on HIV and sex work. One study by Kate Shannon et al., demonstrates that decriminalization of sex work could reduce HIV infections by 33 to 46 percent over the next decade. Den vollstĂ€ndigen Beitrag von Anna Forbes und Sarah Elspeth Patterson finden Sie HIER

 

Prostitution in Deutschland - Fachliche Betrachtung einer komplexen Herausforderung

HIER finden Sie den Text der Autorinnengruppe (Herausgeberinnen): Dorothea Czarnecki et al. 

 

Sechs Positionen zur Prostitution

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Als kritischen Beitrag zur aktuellen Debatte zu Sexarbeit hat die GSSG einen Kurzfilm mit sechs Positionen zur Prostitution produziert. Unter der Leitfrage "Schon einmal darĂŒber nachgedacht?" setzt sich der kurze ErklĂ€rfilm kritisch mit bekannten Vorurteilen zum Thema Prostitution auseinander. Der Film entstand in Zusammenarbeit der GSSG mit der Videoproduktion Carasana. Den Film finden Sie HIER

 

 

Entschließung des Bundesrates - Maßnahmen zur Regulierung von Prostitution und Prostitutionsstätte

In seiner 931. Sitzung am 11. April 2014 hat der Bundesrat zur Regulierung von Prostitution und ProstitutionsstĂ€tten folgende Entschließung gefasst.

 

Dona-Carmen-Gesetzentwurf: Gesetz zur Neuregelung der RechtsverhÀltnisse der Prostitution

HIER finden Sie eine demokratische Alternative zur polizeistaatlichen Prostitutionsregelementierung der CDU/SPD-Bundesregierung vom 04.2014

 

Text zur Prostitutionsdebatte

In der Publikationsreihe "Standpunkte - Ausgabe 7/2014" der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist von P. G. Macioti ein Text zur Prostitutionsdebatte erschienen. Den vollstÀndigen Text finden Sie HIER


Sweden's abolitionist discource and law: Effects on the dynamics of Swedish sex work and on the lives of Sweden's sex workers

Lesen Sie HIER den kompletten Beitrag.

 

Ach Alice – zur Debatte um ein Prostitutionsverbot

Im Januar 2014 hat Monika Kleine in "Kreuz und Quer" eine Stellungnahme zum Prosititutionsverbot veröffentlicht. Die vollstÀndige Stellungnahme finden Sie HIER

 

Das Magazin der GSSG fĂŒr Frauen zu SexualitĂ€t und Gesundheit

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Die DHIVA ist ein frauenspezifisches Magazin zu SexualitĂ€t und Gesundheit. Sie erscheint bereits seit 1994. Eine ehrenamtliche Redaktion erstellt in der Regel vier Ausgaben im Jahr mit einer Mischung zu allem, was Frauen rund um SexualitĂ€t und sexuelle Gesundheit interessiert. Weitere Informationen zur Bestellung finden Sie HIER

 

Epidemiologie

STI in Deutschland

Meldepflicht

Nach dem Gesetz zur BekĂ€mpfung der Geschlechtskrankheiten waren Syphilis, Gonorrhoe, weicher Schanker und Lymphogranuloma venerum bis Ende des Jahres 2000 meldepflichtig. Anfang 2001 wurde das Infektionsschutzgesetz eingefĂŒhrt, das eine anonyme Labormeldepflicht fĂŒr HIV und Syphilis vorgesehen hat. Alle anderen STI waren nicht meldepflichtig, sondern wurden zwischen 2003 und 2009 durch das STD-Sentinel erfasst. Als Ausnahme gilt Sachsen, das 2001 eine Meldepflicht fĂŒr Gonorrhoe und Chlamydien-Infektionen einfĂŒhrte.

 

STI-Datenlage

Das STD-Sentinel erfasste zwischen 2003 und 2009 deutschlandweit Daten zu STI von ca. 250 Gesundheitseinrichtungen. WÀhrend dieser Zeit konnten keine eindeutigen Trends festgestellt werden. Neben genitalen Warzen waren jedoch Chlamydien die am hÀufigsten festgestellten STI

Mit Ausnahme von HIV und Syphilis erlaubt die derzeitige Datenlage zu STI keine RĂŒckschlĂŒsse auf das tatsĂ€chliche Infektionsgeschehen in Deutschland. Auch die Ergebnisse des EMIS-Projekt zeigen in der Auswertung, dass Deutschland beim "STI-Check" im internationalen Vergleich sehr schlecht abschneidet: Nur 28% der befragten MĂ€nner gaben an, in den letzten 12 Monaten auf STI untersucht worden zu sein.  Ein Vergleich der vorliegenden Inzidenzen mit anderen LĂ€ndern ist daher nicht möglich.

 

Abb.: Daten des STD-Sentinel 2003-2008. Quelle: RKI, EpiBull 3/2010, S. 21.

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Chlamydien

Die im Rahmen des STD-Sentinel durchgefĂŒhrten Labortests auf STI ergaben, dass Chlamydien-Infektionen mit 6% die hĂ€ufigste STI darstellt (siehe hierzu EpiBull 3/2010). In einzelnen Studien wurden PrĂ€valenzraten von 10% bei 17-jĂ€hrigen MĂ€dchen bzw. 20% bei 20- bis 24-jĂ€hrigen Frauen gefunden (RKI: Chlamydiosen, 2001).

Das RKI fĂŒhrte 2011 eine weitere Studie durch die ergab, dass knapp 12 % der ĂŒber 2000 in Deutschland untersuchten MĂ€nner (MSM) rektal mit Chlamydien und/oder Gonokokken infiziert waren (HIVreport 6/2011).

Anfang 2008 wurde ein Chlamydien-Screenng fĂŒr Frauen unter 25 Jahren eingefĂŒhrt. Ein begleitendende Surveillance soll dazu in KĂŒrze Daten liefern.

 

Syphilis

Seit Ende der siebziger bis Anfang der neunziger Jahre war ein RĂŒckgang der Syphilis-Meldungen von ĂŒber 9000 auf unter 2000 FĂ€lle zu verzeichnen. Mitte der achtziger Jahre beschleunigte sich der RĂŒckgang mit dem Auftreten von AIDS. WĂ€hrend von 1995 bis 2000 jĂ€hrlich ca. 1150 FĂ€lle registriert wurden, stieg die Anzahl der Meldungen bis 2004 auf 3350 FĂ€lle an. Seitdem stabilisierten sich die Meldezahlen für Syphilis bundesweit auf einem Niveau zwischen 3.000 und 3.500 pro Jahr. Im Jahr 2009 wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) 2.716 Syphilis-Fälle gemeldet.

2011 berichtet das RKI ĂŒber einen deutlichen Anstieg der Syphilis-FĂ€lle in Deutschland. Siehe hierzu EpiBull 46/2011, S. 424

 

HIV/AIDS

In Deutschland, so schĂ€tzt das Robert-Koch-Institut, leben ~73.000 Menschen mit HIV/AIDS, darunter ~200 Kinder. Den grĂ¶ĂŸten Anteil machen MĂ€nner, die Sex mit MĂ€nnern haben (MSM) aus, ~45.000. Im Jahr 2011 gab es ~2.700 HIV-Neudiagnosen in Deutschland. Ein Großteil der HIV-Infizierten in Deutschland wird therapiert (~52.000). Weitere Daten im Epidemiologischen Bulletin 46/2011.

 

STI in Europa

In Europa gibt es erhebliche Unterschiede in der Inzidenz verschiedener STI. So wurden der WHO-Europa im Jahre 2007 ĂŒber 500 Chlamydien-Infektionen pro 100.000 Einwohner aus Schweden gemeldet, wĂ€hrend die Inzidenz in Spanien bei 0,49/100.000 lag.

Ebenfalls wurde 2007 die höchste Gonorrhoe-Inzidenz mit 31/100.000 Einwohner aus Großbritannien gemeldet. In Portugal wurde jedoch nur eine Gonorrhoe-Inzidenz von 0,7/100.000 Einwohner bekannt.

Bei den gemeldeten Syphilis-Infektionen lagen die Inzidenzen zwischen 13/100.000 in Lettland und 0,7/100.000 in Spanien (http://data.euro.who.int/cisid/).

 Die an die WHO gemeldeten Zahlen hĂ€ngen stark von der Anzahl der Personen, die sich in Ă€rztliche Behandlung begeben und dort auf STI untersucht werden, sowie der Art und QualitĂ€t des Meldesystems, ab. Die EMIS-Studie quer durch Europa zeigte große Differenzen: In Deutschland berichten 28% der befragten MĂ€nner von einem STI-Check in den letzten 12 Monaten. Zum Vergleich: in Großbritannien waren es 44%, in Frankreich 40%.

Gerade in LĂ€ndern, die keine lĂ€nderĂŒbergreifende STI-Surveillance haben, sowie bei STI mit einem hohen Anteil an asymptomatischen Infektionen ist eine Untererfassung der Infektionen sehr wahrscheinlich. Die genaue Anzahl von STI sowie die HĂ€ufigkeit von Komplikationen kann daher nur grob geschĂ€tzt werden.

 

STI Weltweit

Sexuell ĂŒbertragbare Infektionen (STI) kommen weltweit hĂ€ufig vor. Nach SchĂ€tzungen der WHO von 1999 sollen sich weltweit jĂ€hrlich 340 Millionen Menschen mit therapierbaren STI (Syphilis, Gonorrhoe, Chlamydien und Trichomoniasis) infizieren. Im Jahr 2001 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geschĂ€tzt, dass weltweit jĂ€hrlich 89 Millionen Neuinfektionen mit genitalen Chlamydien erfolgen.
In EntwicklungslĂ€ndern gehören STI bei Erwachsenen zu den fĂŒnf hĂ€ufigsten Ursachen, eine Gesundheitseinrichtung aufzusuchen. Eine STI kann zu akuten Beschwerden, chronischen Infektionen und schweren SpĂ€tfolgen wie Unfruchtbarkeit, Eileiterschwangerschaft, GebĂ€rmutterhalskrebs und dem frĂŒhen Tod von SĂ€uglingen und Erwachsenen fĂŒhren.

 

Literatur