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Männergesundheit und sexuell übertragbare Infektionen

Das Thema „Sexuelle Gesundheit und Männer“ eröffnet als erstes den Blick auf das biologische Geschlecht und hier insbesondere auf die männerspezifischen Übertragungswege und Präventionsmöglichkeiten.

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) finden am ehesten „vom Mann weg“ statt. Das heißt, die Erreger befinden sich in den Sekreten und werden über die Schleimhäute aufgenommen. Der aufnehmende Partner, bzw. die aufnehmende Partnerin ist somit potenziell gefährdeter als der penetrierende Mann.

Da Männer biologisch bedingt der penetrierende Part beim Sexualverkehr sind, während sie nur beim gleichgeschlechtlichen Kontakt selbst penetriert werden, treten Infektionen bei Männern oftmals dort auf, wo die sexuellen Begegnungen (fast) ausschließlich unter Männern stattfinden (MSM).

 

Die wirksamste Prävention vor STI bieten nach wie vor Kondome. Diese schätzen nicht nur vor eine HIV-Infektion, sondern senken auch das Ansteckungsrisiko vieler weiterer STD/STI. Weiterhin wichtig ist tägliche die Hygiene des Mannes, hier insbesondere im Intimbereich.

Trotz aller modernen Entwicklungen unterscheidet sich auch in unserer Gesellschaft die Art, wie Männer ihre Sexualität leben, von der von Frauen. In welchem Ausmaß dies biologisch oder vor allem sozial bedingt ist, ist nach wie vor umstritten.

 

Eine erhöhte Risikobereitschaft von Männern insgesamt spielt eine wesentliche Rolle beim Thema Männergesundheit und damit auch im Bereich der sexuell übertragbaren Infektionen. Folgende Beobachtungen verweisen auf ein höheres Risikoverhalten von Männern in der Sexualität:

-        Die Anzahl der Sexpartner ist innerhalb der MSM-Szene im Durchschnitt deutlich größer als im heterosexuellen Bereich.

-        Männer sind im allgemeinen eher bereit, bei Sexualkontakten ein Kondom wegzulassen, auch wenn sie den Infektionsstatus des Partners/der Partnerin nicht genau kennen.

-        Männliche Freier äußern oft das Bedürfnis, sexuelle Praktiken, insbesondere Oralverkehr ohne Kondom, durchführen zu wollen.

 

Die Befürworter einer soziobiologischen Sicht geschlechtsspezifischen Verhaltens verweisen darauf, dass es zwischen Frauen und Männern gerade in der Sexualität unterschiedliche biologische Grundlagen gibt. Diese führen dazu, dass Männer schneller bereit zu riskanten und vielfältigen sexuellen Begegnungen sind. Solchem „typisch männlichen“ Verhalten steht aber durchaus auch anderes Verhalten von Männern gegenüber. Dies spricht dafür, dass das biologische Fundament vielfältigen sozialen Prägungen ausgesetzt ist und sich beide Seiten gegenseitig beeinflussen.

Entscheidend ist jedoch, dass Männer letztlich die Verantwortung für ihr Handeln und für ihre Gesundheit übernehmen.

 

Literatur:

  • Doris Bardehle, Matthias Stiehler (Hrsg.): Erster Deutscher Männergesundheitsbericht. W. Zuckschwerdt Verlag München 2010
  • Matthias Stiehler: Der Männerversteher. Die neuen Leiden des starken Geschlechts. Verlag C. H. Beck München 2010
  • Wright M.T. (Hrsg.): Prostitution, Prävention und Gesundheitsförderung. Teil 1. Männer. Aids-Forum DAH Band 45, 2009. Hier als PDF

 

Linktipp:

www.pflege-deinen-schwanz.de