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STD/STI und Mobilität

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) verbreiten sich außerhalb einer geographisch oder sozial begrenzten Gruppe meist erst dann, wenn Menschen außerhalb dieser Gemeinschaft sexuelle Beziehungen eingehen. So sind sexuell übertragbare Infektionen und Mobilität auf ebenso vielfältige Weise miteinander verbunden wie Sexualität und Mobilität.

 

Für die meisten Menschen gilt:

  • wer jung und ohne familiäre Bindungen ist, ist mobiler als andere – und tendenziell sexuell aktiver;
  • wer keine passenden Partnerinnen oder Partner findet, verlässt seine soziale Gemeinschaft eher; ganz besonders dann, wenn diese das eigene sexuelle Verhalten nicht akzeptiert oder gar verfolgt;
  • wer andere Gesellschaften kennenlernt, trifft auch eher auf andere Werte, Normen und Möglichkeiten zu Sexualität und Partnerschaft;
  • wer sich nur befristet an einem fremden Ort aufhält oder wer dort keine Zukunftsperspektive für sich sieht, geht dort seltener eine feste Partnerschaft – aber durchaus sexuelle Beziehungen! – ein.

 

All dies sind historisch keine neuen Erscheinungen. Neu sind lediglich die Geschwindigkeit und Frequenz, mit der Menschen ihre Aufenthaltsorte wechseln können, sowie die Zahl der Menschen, die dies tatsächlich tun.

Sexuelle Kontakte außerhalb einer dauerhaften Bindung werden, nach wie vor, eher Männern zugestanden. Deswegen schafft die Mobilität von Männern (ob Dienstreise, Arbeitssuche oder Militäreinsatz) oft auch eine Nachfrage nach unverbindlichen sexuellen Kontakten und solchen gegen Entgelt (Paysex/Prostitution).

Frauen sind erst in den letzten Jahrzehnten zunehmend auch allein auf Einkommenssuche. Viele setzen dazu traditionell weibliche Fähigkeiten (Hausarbeit, pflegerische Dienste u.ä.) ein – oder ihre Sexualität. Über die Bedingungen, in denen dies geschieht, können sie allerdings häufig nicht selbst entscheiden. Deswegen sind mobile Frauen besonders vulnerabel für gesundheitliche Risiken – gerade auch durch STI.

Selbst wer ohne wirtschaftliche oder soziale Zwänge mobil ist, kann mit sexuellen Kontakten die Hoffnung auf eine dauerhafte Beziehung verbinden. Frauen sind durch romantische Vorstellungen („Risikofaktor Liebe“) häufiger gefährdet als Männer – und damit auch vulnerabler für STI.

 

STI können sich besonders gut verbreiten, wenn

  • ungewohnte Werte und Normen zu riskantem Verhalten führen;
  • sexuell aktive Menschen wegen sprachlicher, sozialer und kultureller Barrieren keine angemessene Informationen erhalten;
  • mobile Menschen keinen angemessenen Zugang zu medizinischen und sozialen Angeboten haben.
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