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Gonorrhoe / Tripper

Erreger:

Neisseria gonorrhoeae, ein gramnegatives Bakterium, das die Schleimh√§ute von Harnr√∂hre, Geb√§rmutterhals, Enddarm, Rachen und auch die Bindehaut des Auges bef√§llt. Der einzige Wirt von N. gonorrhoeae ist der Mensch. Die Gonorrhoe, auch Tripper genannt, ist eine der weltweit h√§ufigsten sexuell √ľbertragbaren Infektionen. Betroffen sind √ľberwiegend junge Erwachsene im Alter von 15-25 Jahren.

 

√úbertragung:

Die Infektion erfolgt durch Geschlechtsverkehr oder durch direkten Schleimhautkontakt unter der Geburt, was beim Neugeborenen zu einer Bindehautentz√ľndung (Gonokokkenkonjunctivitis, Opthalmia neonatorum) f√ľhren kann.

 

Symptome:

Beim Mann entwickelt sich etwa 2-6 Tage nach der Infektion meist ein ausgeprägter eitriger Ausfluss aus der Harnröhre mit Schmerzen, der vor allem morgens vor dem ersten Wasserlassen zu beobachten ist. Gelegentlich kann der Ausfluss auch gering ausgeprägt oder eher glasig sein und ist dann klinisch nicht z.B. von einer Chlamydien-infektion zu unterscheiden. Doppelinfektionen sind nicht selten. Bei aufsteigenden Infektionen können auch Prostata, Samenbläschen und Nebenhoden befallen werden.

Bei der Frau ist am h√§ufigsten der Geb√§rmutterhals betroffen mit vermehrtem vaginalem Ausfluss. Meist besteht eine begleitende Infektion der Harnr√∂hre mit Schmerzen beim Wasserlassen. Auch hier kann es zum Befall von Dr√ľsen im Bereich der Harnr√∂hre und der Scheide bis zu Abszessen (Bartholini-Abszess) kommen. Etwa die H√§lfte der Frauen mit urogenitaler Gonorrhoe hat jedoch keine Symptome, was aufsteigende Infektionen beg√ľnstigt und einen wesentlichen Faktor der Weiterverbreitung darstellt. Die Infektion kann sich √ľber die Geb√§rmutterschleimhaut und Eileiter bis zu den Eierst√∂cken in das kleine Becken ausbreiten und dort chronische Entz√ľndungen und Verwachsungen hervorrufen (pelvic inflammatory disease, PID). Langfristige Folgen sind √§hnlich wie bei der Chlamydieninfektion Unfruchtbarkeit, Eileiterschwangerschaften und chronische Unterbauchschmerzen.

Bei Gonorrhoe w√§hrend der Schwangerschaft besteht die Gefahr der Fr√ľhgeburtlichkeit und Infektion der Eih√§ute, soda√ü eine Routinekontrolle zur ersten Schwangerschaftsuntersuchung vorgesehen ist. Zur Prophylaxe der Gonokokkenkonjunktivitis des Neugeborenen, die wenige Tage nach Geburt auftritt, wird einmalig antibiotikahaltige Augensalbe angewendet.

Durch orale oder anale Kontakte können auch Rachen und Enddarm betroffen sein. Die Infektion im Rachen verläuft in der Regel ohne Symptome, was ein häufig unerkanntes Erregerreservoir darstellt. Die rektale Infektion verursacht vor allem bei Männern Symptome mit Sekretbildung und krampfartigen Schmerzen (Proktitis). Bei Frauen kann der Enddarm auch durch abfließendes Genitalsekret infiziert werden.

 

Diagnostik:

Abstrich von Sekret, das nach Färbung direkt im Mikroskop, meist aber molekularbiologisch untersucht wird. Eine Resistenztestung der Keime ist jedoch nur durch Anlegen einer Kultur möglich. Gleichzeitige Chlamydien- und Mycoplasmen-Infektionen sollten ausgeschlossen werden. Wichtig ist die Partner-Untersuchung!

 

Behandlung:

Diese erfolgt bei unkomplizierten Fällen mit einer kurzzeitigen Antibiotika-Gabe. Problematisch ist die Fähigkeit der Gonokokken, rasch Resistenzen zu bilden, sodass zahlreiche Antibiotika heute nicht mehr oder nur nach Resistenztestung einsetzbar sind. Insbesondere das bis vor kurzem noch häufig verwendete Ciprofloxacin kann nicht mehr empfohlen werden. Erreger des Gonokokken-Stammes H041 sind hoch resistent. Dieser Keim zeigt sich resistent gegen alle Cephalosporine, die bei anderen Substanzklassen wirksam sind. Daher sollte bei Infektionen mit H041 mehrere Antibiotika kombiniert werden.

Die Standard-Therapie gegen Gonokokken in Deutschland, wie auch in den meisten Ländern weltweit besteht derzeit aus Cefixim oral oder Ceftriaxon intramuskulär.

 

Literatur

  • Aktuelle Publikationsliste (Quartal August 2013 - Oktober 2013) zu Gonorrh√∂ des European Centre for Disease Prevention and Control.Hier als PDF
  • Aktuelle Publikationsliste (Quartal November 2013 - Februar 2014) zu Gonorrh√∂ des European Centre for Disease Prevention and Control. Hier als PDF

  • Bignell C. 2009 European (IUSTI/WHO) guideline on the diagnosis and treatment of gonorrhoea in adults. Int J STD AIDS. 2009 Jul;20(7):453-7. Link
  • Enders M, Turnwald-Maschler A, Regnath T. 2006. Antimicrobial resistance of Neisseria gonorrhoeae isolates from the Stuttgart and Heidelberg areas of southern Germany. European Journal of Clinical Microbiology, 25(5): 318-322.
  • Nenoff P, Handrick W, Schulze M, Kr√ľger C, Herrmann J, Kohl P.K. Update zur Gonorrh√∂: Resistenzen nehmen weiter zu. Uro News 6/2011 : 28-31. Hier als PDF
  • Robert Koch-Institut (RKI). 2004. Gonorrh√∂ und genitale Chlamydiose in Deuschland nach Daten des STD-Sentinels des RKI.Epidemiologisches Bulletin 39:331-335. Hier als PDF
  • Wichelhaus T A. 2009. Resistenzentwicklung erzwingt Umdenken in der Therapie der Gonorrhoe. √ĄP Urologie 3: 22-23.

 

Presse

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