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Hepatitis

Definition

Eine Hepatitis ist eine EntzĂŒndung der Leber (Hepar = griech. Leber), in bestimmten FĂ€llen auch „Gelbsucht“ oder „Gilb“ genannt. Eine GelbfĂ€rbung der Haut und des „Weißen“ im Auge ist ein hĂ€ufiges Symptom der Hepatitis.

LeberentzĂŒndungen werden am hĂ€ufigsten durch Viren verursacht. Dazu gehören neben den verschiedenen Hepatitis-Viren (Hepatitis A, B, C, D oder E) auch andere Viren, die zum Beispiel das Pfeiffersche DrĂŒsenfieber, Windpocken, GĂŒrtelrose oder Herpes (BlĂ€schen an Lippen oder Genitalien) verursachen. Aber auch Medikamente und Alkohol, Stoffwechselstörungen, eine Schwangerschaft und die sogenannte Autoimmunhepatitis können zu einer LeberentzĂŒndung fĂŒhren.

 

Klinisches Bild

Hepatitis A: Inkubationszeit 6-50 Tage (im Mittel 32 Tage).

Hepatitis B: Inkubationszeit bis zu 160 Tage.

Hepatitis C: Möglicherweise Auftreten einer Vaskulitis.

 

 

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PrÀvention

Hepatitis A und E: Aufgrund des zunehmenden Reisetourismus sind neben vorsorgenden Hygieneempfehlungen gegen die Virushepatitiden A (und auch B) Impfprophylaxen durchzufĂŒhren. Das Virus ist sehr resistent. Bei KĂ€lte kann es unbegrenzt ĂŒberleben, bei 60o C bis zu einer Stunde. In Frisch-, Brack- und Meerwasser kann es bis zu 3 Monate ĂŒberleben. Daher sollte verunreinigtes Wasser vor dem Gebrauch mindestens 3 Minuten abgekocht werden, um das Virus zu inaktivieren. Gegen Hepatitis E gibt es keine Impfung.

Hepatitis B: Zur prÀventiven Vorbeugung einer Hepatitis B-Infektion existiert heutzutage eine hoch effektive Impfung. Aufgrund einer WHO-Empfehlung wurde die Hepatitis B-Impfung Bestandteil des Impfprogramms in Deutschland. Eine Auffrischung sollte alle 10 Jahre erfolgen.

Hepatitis C: Es ist im Moment nicht möglich einen Impfstoff gegen den Hepatitis C-Virus herzustellen. Daher mĂŒssen eigenstĂ€ndige Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden wie zum Beispiel bei hĂ€ufig wechselnden Sexualpartnern auf ausreichenden Schutz beim Geschlechtsverkehr zu achten und den mehrmaligen Gebrauch von Spritzen zu vermeiden.

Hepatitis D: Die Hepatitis B-Impfung schĂŒtzt gleichzeitig vor einer Infektion mit dem Hepatitis D-Virus.

 

Epidemiologie

Weltweit sind etwa 400 Millionen Menschen chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus und 170 Millionen Menschen chronisch mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Im internationalen Vergleich stellt Deutschland ein Gebiet mit niedriger PrÀvalenz von Hepatitis B und C dar. Dennoch wird geschÀtzt, dass bundesweit je 400 000
bis 500 000 Personen chronisch mit Hepatitis B oder C infiziert sind und sich die jÀhrliche Zahl von Neuinfektionen auf je mehrere Tausend belÀuft.

 

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Literatur

  • AASLD (2014) Online Expert HCV Adivce Recommendations fĂŒr Testing, Managing and Treating Hepatits C  Link
  • Schmidt AJ, Rockstroh JK, Vogel M, An der Heiden M, Baillot A, et al. (2011) Trouble with Bleeding: Risk Factors for Acute Hepatitis C among HIV-Positive Gay Men from Germany—A Case-Control Study. PLoS ONE 6(3): e17781. Link
  • Sarrazin C. et al. (2014) Praxisempfehlungen zur Therapie der chronischen Hepatitis C nach Zulassung des Polymase-Inhibitors Sufosbuvir  Link
  • Sarrazin C. et al. (2014) Aktuelle Empfehlungen der DGVS zur Therapie der chronischen Hepatitis C  Link
  • Ulmer T. Empfehlungen fĂŒr einen besseren Umgang mit Hepatitis B in Deutschland.Weiterentwicklung der „European Orientations towards a better Management of Hepatitis B in Europe”. 2007. Hier als PDF
  • Radun D, Hamouda O. Epidemiologie der Hepatitis B und C in Deutschland. Med Welt. 55:7/8; 2004. Hier als PDF

 

 

Quellen