DSTDG-Mitglied werden!

Facebook

Twitter

Wikipedia

Syphilis (Treponema pallidum)

Erkrankung:

PrimÀre und sekundÀre Syphilis, latente Syphilis, TertiÀrsyphilis, Neurosyphilis, Metasyphilis (Tabes dorsalis, progressive Paralyse), Neugeborenen-Syphilis

 

Syphilis

Bild 1.: SekundÀre Syphilis: Nichtjuckendes Exanthem

 

Übertragung:

Die Übertragung der empfindlichen Erreger erfolgt ausschließlich durch direkten Kontakt infizierter feuchter, genitoanaler oder oraler SchleimhĂ€ute (selten der Ă€ußeren Haut), d. h. bei Sexualkontakten. Keine Übertragung durch GegenstĂ€nde, aber von der Mutter auf das intrauterine Kind möglich.

   

 

Symptome / Klinik:

Meist 3 Wochen nach der Ansteckung bildet sich am Infektionsort ein indolentes Ulcus mit regionaler indolenter Lymphadenopathie (PrimĂ€re Syphilis). Nach weiteren 6-9 Wochen vielfĂ€ltige Symptome im Rahmen der BakteriĂ€mie der SekundĂ€rsyphilis: makulopapulöse Exantheme (Syphilide), intertriginöse Papeln (Condylomata lata), Schleimhautplaques, generalisierte Lymphadenopathie, Angina specifica, diffuses Effluvium und Allgemeinsymptome wie KrankheitsgefĂŒhl, Fieber, Kopf-, Knochen und Gelenkschmerzen. Insgesamt sehr variables Krankheitsbild! Nach 1-2 Jahren Übergang in das seropositive, symptomfreie Latenzstadium. Nach 1-2 Jahrzehnten entweder Spontanheilung (ca. 75% der Infizierten) oder Übergang in das TertiĂ€rstadium mit immunologischen Reaktionen auf wenige residuĂ€re Erreger. Granulome der Haut (Gummen, tuberoserpiginöse Syphilide) und Erkrankung des kardiovaskulĂ€ren Systems u.a. mit Aneurysmenbildung. Im weiteren Verlauf möglicher Übergang in die erregerreiche, anerge Metasyphilis (quartĂ€res Stadium) mit schweren ZNS-Erkrankungen möglich (progressive Paralyse, Tabes dorsalis). Besondere klinische VerlĂ€ufe schwerer Immundefizienz (z.B. HIV-Infektion mit <350 CD4-Zellen/”l) aber auch bei Neugeborenen (Syphilis connata).


Prophylaxe/PrÀvention:

FrĂŒhzeitige Diagnostik und konsequente Behandlung mit regelmĂ€ĂŸiger ÜberprĂŒfung des Therapieerfolges (klinisch und serologisch) können die Ausbreitung verringern, ebenso die Information und Untersuchung aller Sexualpartner der letzten drei Monate vor der Erkrankung. Kondome und die Anwendung der Regeln des „Safer Sex“ können vor einer Ansteckung schĂŒtzen.


Epidemiologie:

Die Syphilis hat sich v.a. unter MĂ€nnern die Sex mit MĂ€nnern haben, in den letzten 10 Jahren erheblich ausgebreitet (>Verdreifachung der Inzidenz). Begleitend haben die auf dem gleichen Wege ĂŒbertragenen HIV-Neuinfektionen zugenommen. Prinzipiell muss jeder Syphilispatient auf das Vorliegen weiterer STI untersucht werden (Ausschluß von Urethritis, Proktitis, Adnexitis, Hepatitis und HIV-Infektion). Dabei Beachtung der unterschiedlichen Inkubationszeiten.


Therapie:

Mittel der Wahl ist Penicillin. Bei FrĂŒh- und SpĂ€tsyphilis als i.m. DepotprĂ€parat (Benzathin-Benzylpenicillin). Bei Beteiligung des ZNS (Neurosyphilis) ist dieses nicht wirksam! Dann Gabe des wĂ€ssrigen Penicillin G als Infusion (6x5 oder 3x10 Mio. I.E./d). Orale Alternativen (2.-3. Wahl!) sind Doxycyclin und Erythromycin, bei Neurosyphilis Ceftriaxon (1-2g/d ) i.v.


Mittel der Wahl:

Benzathin-Benzylpenicllin einmalig 2,4 Mio. I.E. fĂŒr die FrĂŒh- und 3x 2,4 Mio. I.E. im wöchentlichen Abstand fĂŒr die SpĂ€tsyphilis. Kristalloide Penicillin G Lösung (i.v.) fĂŒr die Neurosyphilis und Syphilis in der Schwangerschaft.

 

Literatur

  • S1 Leitlinie: Syphilis - mikrobiologisch-infektiologische QualitĂ€tsstandards. 2014. Hier als PDF
  • Leitlinien der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Neurologie. Neurosyphilis. 2008. Hier als PDF
  • Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber und MerkblĂ€tter fĂŒr Ärzte: Syphilis. 2004. Hier als PDF
  • Robert Koch-Institut (RKI). 2010. Syphilis in Deutschland im Jahr 2009. Epidemiologisches Bulletin 49: 487-489. 
  • Schöfer H. Syphilis. In: Schöfer H, Baur-Beger S (Hrsg.) Derma-Net-Online 2010. Kapitel 2.7.1. Hier als PDF
what is a mirrorless camera . camera drones for sale