Deutsche STI-Gesellschaft
Aktuelles und Presse
17. Juni 2025
Point-of-Care-Tests für sexuellübertragbare Infektionen – was ist der aktuelle Stand?
Point-of-Care-Tests (PoCT) ermöglichen eine schnelle Diagnostik von sexuell übertragbaren Infektionen (STI) direkt am Einsatzort und spielen eine zentrale Rolle bei der Erreichung der Ziele der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur globalen Eliminierung von Aids und Hepatitis sowie zur Reduzierung von STI bis 2030.
Die neue Verordnung der Europäischen Union für In-vitro-Diagnostika erhöht die Qualitätsstandards für PoCT. Alle STI-Tests müssen nun einer strengeren Überprüfung unterzogen werden. Fortschritte in der PoCT-Entwicklung haben die Testmöglichkeiten für HIV, Syphilis und Hepatitis C verbessert, insbesondere durch präqualifizierte Tests der WHO. Die in Deutschland verfügbaren HIV-Selbsttests detektieren jedoch nur die Antikörperkomponente, sodass ein negatives Ergebnis erst 12 Wochen nach Exposition sicher aussagekräftig ist. Für Syphilis gibt es PoCT für das Antikörperscreening, die jedoch im Labor einer Bestätigung bedürfen. Für Chlamydien‑, Gonokokken- und Mykoplasmeninfektionen ist die PoCT-Qualität größtenteils noch unzureichend. Weiterentwicklungen im Bereich der Nukleinsäureamplifikationstests (NAT) zeigen diesbezüglich vielversprechende Ansätze.
PoCT sind besonders vorteilhaft für niedrigschwellige Angebote, die sich an marginalisierte Gruppen richten, da sie eine zeitnahe Diagnosestellung und Behandlung im Rahmen des Testsettings ermöglichen. Herausforderungen bleiben jedoch die Qualitätssicherung und mögliche psychologische Belastungen durch falsch-positive Ergebnisse. Es besteht weiterhin die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und Integration von PoCT in das Gesundheitssystem, um den Zugang zur Diagnostik zu verbessern und die Verbreitung von Infektionen zu reduzieren.
Das gesamte Dokument können Sie hier nachlesen oder im aktuellen Bundesgesundheitsblatt unter dem folgenden Link aufrufen.
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3. Juni 2025
„Neue multiresistente Gonokokken“
RKI meldet drei Fälle mit neuer multiresistenter Gonorrhö
Prof. Dr. Brockmeyer empfiehlt: Therapie mit mindestens 2g Ceftriaxon sollte jetzt Standard sein
Das Robert-Koch Institut berichtet in seinem Epidemiologischen Bulletin vom 28. Mai 2025 von aktuellen Gonorrhö-Fällen aus Nordrhein-Westfalen mit seltener Multiresistenz. Bei den im März 2025 gemeldeten Fällen von Gonorrhö lag eine Resistenz des Erregers Neisseria gonorrhoeae (NG) gegenüber den nach der aktuell gültigen AWMF-Leitlinie therapeutisch wichtigen Cephalosporinen der 3. Generation, Ceftriaxon und Cefixim, sowie eine high-level Resistenz gegenüber Azithromycin vor. Das RKI berichtet weiter, dass die Erreger zudem resistent gegenüber Ciprofloxacin und Tetracyclin seien.
Der gesamte Text kann hier nachgelesen werden.
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12. Mai 2025
Standards zur Präventionsexuell übertragbarer Infektionen und zur Förderung sexueller Gesundheit
Aktualisierte Fassung der „Standards zur Prävention sexuell übertragbarer Infektionen und zur Förderung sexueller Gesundheit“
Die AG Prävention der Sektion Sexuelle Gesundheit hat im Jahr 2025 die überarbeitete Version ihres Positionspapiers „Standards zur Prävention sexuell übertragbarer Infektionen und zur Förderung sexueller Gesundheit“ veröffentlicht. Das Dokument wurde inhaltlich aktualisiert und an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse sowie Entwicklungen in der Versorgungspraxis angepasst. Es bietet Fachkräften eine praxisorientierte Grundlage für die Präventionsarbeit, Diagnostik und Beratung und unterstreicht zugleich die Bedeutung eines ganzheitlichen Verständnisses von sexueller Gesundheit.
Das gesamte Dokument können Sie hier nachlesen oder in der aktuellen Mai Ausgabe der „Die Dermatologie“ unter folgenden Link aufrufen.
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14. April 2025
STI in Zeiten zunehmender Resistenzen am Beispiel der Gonokokken – Partieller Schutz vor Tripper durch bestimmten Meningokokken-B-Impfstoff
Berlin, 14. April 2025 – Die Zahlen sexuell übertragbarer Krankheiten (STI) wie Gonorrhö, Syphilis und Chlamydien steigen weiter an. Gleichzeitig nehmen Resistenzen bei den zur Behandlung und zur Prophylaxe eingesetzten Antibiotika zu. Welche Entwicklungen sich auch für Deutschland abzeichnen, was eine Sexualaufklärung zu STI für Kinder und Jugendliche leisten könnte, welche Bedeutung bereits vorhandene Impfstoffe für die Prävention auch jetzt schon haben könnten, diskutieren Expertinnen und Experten der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e. V. (DDG) auf der Online-Pressekonferenz am 29. April 2025 zum Auftakt der DDG-Tagung (30.04. – 03.05.2025) in Berlin.
Die gesamte PM der DDG können Sie hier nachlesen.
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