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Junge Forscher auf den Pfaden der Leopoldina

Die Nationale Akademie der Wissenschaft und die Deutsche STI-Gesellschaft versammeln Spitzenforscher in Berlin

Dass exzellente Forschertreffen auch anders funktionieren, hat das Leopoldina-Symposium in Berlin bewiesen: Organisiert wurde das Treffen nationaler und internationaler Größen der Medizin von der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG), die bewusst den Akzent auf den Austausch zwischen Jung und Alt, Wissenschaft und Klinik setzte. Thema waren neue antimikrobielle Therapien und Regulationsmechanismen der Erregerabwehr. Die Tagungspräsidenten Professor Krieg, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln, und Professor Sterry, Dermatologische Klinik der Charité Berlin, lobten das weite Spektrum der Vorträge: Dieses reichte vom Eröffnungsvortrag von Prof. Sheila Lukehart aus Seattle zur Therapie der Syphilis über die Bedeutung der Heterogenität von Th17 Zellen für Autoimmunkrankheiten und Infektionskrankheiten von PD Dr. Ghoreschi aus Tübingen bis hin zum Publikumsvortrag von Professor Brockmeyer aus Bochum, der zur Frage die Pocken sind ausgerottet – wie kann AIDS ausgerottet werden referierte.

Der Bärensaal im Alten Stadthaus in Berlin stellte den feierlichen Rahmen für das Symposium. Die bewußt lang angesetzten Pausen boten Möglichkeiten für Gespräche und Vernetzung zwischen den Nachwuchswissenschaftlern und Experten aus verschiedenen Ländern. „Es war Freude und Ehre zugleich, dieses hochrangige Wissenschaftssymposium zu organisieren“ sagt Professor Brockmeyer, Präsident der DSTIG, die als Kooperationspartner das Leopoldina-Symposium austrug. „Schließlich gelingt es nicht alle Tage, derart viele hoch qualifizierte, national und international anerkannte Redner zusammenzubringen“ fasste Brockmeyer zusammen, der sich über die große Zustimmung und positive Resonanz beeindruckt zeigte.

 

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Foto: Dialog unter Wissenschaftler:n Im historischen Bärensaal in Berlin  diskutieren Dr. Anja Potthoff, Universitätshautklinik Bochum, Prof. Thomas Krieg, Dekan der Med. Fakultät der Universität zu Köln, Prof. Wolfram Sterry, CharitĂ© Berlin und Prof. Detlef Petzoldt, Ehrenpräsident der DSTIG (v.l.n.r.).

 

 

Kontakt:

Prof. Dr. N.H. Brockmeyer

Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG)

Unviersitätshautklinik Bochum

Gudrunstr. 56 ; 44791 Bochum
Tel.: 0234-509 3471, 74 ; Fax: 0234-509 3472, 75
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Gelungen: Jubiläumskongress in Berlin

Mediziner-Kongress einmal anders: Debatte ĂĽber sexuelle Gesundheit

sti-kongress_7  Foto: Der STI-Jubiläumskongress 2012 im Roten Rathaus: Die Kongresspräsidenten Professor Sterry und Professor Brockmeyer verfolgen in der ersten Reihe (vorne links) den Kongressauftakt.

 

Die alarmierend hohe Neuinfektionsrate mit Syphilis, die vom Robert Koch-Institut in den städtischen Hochburgen auf fast ein Viertel beziffert wurde, sowie hyper-resistente Gonorrhoe-Erreger (Gonokokken) haben gezeigt: Sexuell übertragbare Infektionen (STI) sind längst ein Thema der Volksgesundheit geworden.

„Wir müssen die Gesellschaft intensiv über STI informieren, dieses Thema aus der „Schmuddelecke“ holen und in Prävention und neue Behandlungsstrategien investieren“ sagt Professor Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft, DSTIG. Gemeinsam mit seinem Berliner Dermatologen-Kollegen Professor Sterry, Charité Berlin, veranstaltete er gerade den Jubiläumskongress im Roten Rathaus, Berlin, bei dem aus allen Blickwinkeln über sexuell übertragbare Infektionen und über die individuellen Voraussetzungen für die persönliche sexuelle Gesundheit debattiert wurde. Und das nicht nur von MedizinerInnen, sondern auch zahlreichen VertreterInnen des öffentlichen Gesundheitsdienstes, gemeinnützigen Organisationen, Beratungsstellen u.v.m.

 

Ausbreitung der Syphilis erschreckend

Alarmierend ist die starke Ausbreitung der Syphilis im letzten Jahr, und auch für 2012 ist mit einer ähnlichen Situation zu rechnen. „Auf unserem STI-Kongress wurde noch einmal deutlich, dass wir zwar über sehr gute Behandlungsmethoden verfügen, oft aber leider die Patienten aus Scham nicht rechtzeitig zu uns in die Klinik kommen“ berichtet Brockmeyer, der an der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum als Leiter des Zentrums für Sexuelle Gesundheit ebenfalls eine zunehmende Zahl von Syphilisfällen sieht. Dabei sei es grundsätzlich wichtig, so Brockmeyer, Sexualität nicht zu pathologisieren und auf die Krankheitsgefahr zu reduzieren: „Dennoch sollte man das persönliche Risiko kennen und sich entsprechend präventiv und verantwortungsvoll – auch dem Partner gegenüber –verhalten“.

Erste Anzeichen für eine STI können Juckreiz oder Ausfluss sein, doch es gibt auch Infektionen, die völlig asymptomatisch verlaufen, das heißt ohne spürbare oder sichtbare Veränderungen. „Gerade diese asymptomatischen Infektionsverläufe wie bei der Chlamydien-Infektion und der Gonorrhoe führen sehr schnell zu einer Ausbreitung von STI. Daher müssen wir verstärkt für regelmäßige ärztliche Präventionsuntersuchungen werben“. Ein Problem hierbei sei die Nicht-Abrechenbarkeit von Beratungsgesprächen, was dazu führt, dass in einigen Praxen die Beratung zur sexuellen Gesundheit zu kurz kommt.

 

Resistente Gonorrhoe Erreger erfordern politisches Handeln

Auch beim Jubiläumskongress waren sich die Fachleute einig: Um eine Ausbreitung der resistenten Gonorrhoe-Erreger zu verhindern, ist zum einen die Entwicklung einer medizinischen Behandlungsleitlinie dringend erforderlich, und zum anderen die Bereitstellung von wirksamen Antibiotika notwendig. Die Deutsche STI-Gesellschaft wird in Kürze die auf dem Kongress diskutierte neue Leitlinie zur Behandlung der Gonorrhoe veröffentlichen, die klare Behandlungshinweise enthält und somit einer Resistenzbildung aufgrund von teilweise zu niedrig dosierten Therapien vorbeugt. „Doch dann benötigen wir in Deutschland auch die entsprechenden Antibiotika wie beispielsweise Spectinomycin, die zur Zeit nur über das Ausland zu beziehen sind. Hier müssen wir mit der Politik zusammenarbeiten und Lösungen suchen“. Erste Gespräche mit Mitgliedern des Gesundheitsausschusses hätten hierzu bereits stattgefunden, so Brockmeyer. „Schließlich ist allen klar, dass wir dringend handeln müssen, damit wir nicht bald genauso von resistenten STI-Erregern übermannt werden, wie einst von H1N1 Erregern bei der Vogelgrippe-Epidemie“.

 

Kontakt:

Prof. Dr. N.H. Brockmeyer

Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG)

Gudrunstr. 56 ; 44791 Bochum
Tel.: 0234-509 3471, 74 ; Fax: 0234-509 3472, 75

info[at]dstig.de

Einladung zum Leopoldina-Symposium

Regulationsmechanismen der Erregerabwehr – Neue Perspektiven antimikrobieller Therapie?

Wir laden Sie herzlich zum Leopoldina-Symposium ein:

leopoldina-logo

 

Ein Symposium der Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaft

Termin: MITTWOCH, 13. JUNI 2012
Uhrzeit: 13.00 – 20.15 UHR
Ort: BĂ„RENSAAL IM ALTEN STADTHAUS, BERLIN

 

Den Eröffnungsvortrag wird Prof. Dr. Sheila Lukehart (Harborview Medical Center, Seattle halten. Weitere Referenten sind u.a. Prof. Dr. Ingo Nindl (Berlin), PD Dr. Georg Stary (Harvard University, Boston), Dr. Kamran Ghoreschi (Tübingen), PD Dr. Barbara Schmidt (Erlangen), Dr. Mario Fabri (Köln), Dr. Dagmar Heuer (Berlin), Dr. Anja Potthoff (Bochum) sowie Dr. Christina Schellenbacher (Wien).


Der öffentliche Vortrag zur Frage „Die Pocken sind ausgerottet – Wie kann AIDS ausgerottet werden?“ schließt sich ab 19.00 Uhr an das Tagungsprogramm an.

Referent: Norbert H. Brockmeyer (Bochum)

 

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HIER können Sie das gesamte Symposiumsprogramm herunterladen.


Einlass: 12.30 Uhr   Beginn: 13.00 Uhr  
Ende der Veranstaltung: 20.15 Uhr mit anschlieĂźendem Get-together

 

Der Eintritt ist kostenlos.


Der Veranstaltungsort: Bärensaal im Alten Stadthaus

Adresse: Altes Stadthaus, KlosterstraĂźe 47 in 10179 Berlin-Mitte

LINK zu Google Maps (Kartenausschnitt)

 

 

PM: Tabletten zur HIV-Prävention?

Pressemitteilung

25.05.2012: Tabletten zur HIV-Prävention?

brockmeyerPressemitteilung zur Diskussion um neue HIV-Präventionsstrategien
hier als PDF

 

Neue HIV und STI-Präventionsstrategien werden beim Jubiläumskongress der DSTIG vom 14.-16. Juni in Berlin diskutiert

PrEP – hiermit bezeichnen Fachleute die Prä-Expositionsprophylaxe zur Verminderung des Infektionsrisikos bei einer möglichen HIV-Infektion. Umstritten ist die Einnahme der HIV-Medikamente jedoch als reine Präventionsstrategie. Können wir wirklich gesunden Menschen die Medikamenteneinnahme empfehlen, um sich bei Risikokontakten vor einer eventuellen HIV-Infektion zu schützen?

Dieses und weitere Themen rund um sexuell übertragbare Infektionskrankheiten (STI) werden beim Jubiläumskongress der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG) kontrovers diskutiert. Zum Thema PrEP wird beispielsweise Professor Molina aus Paris referieren, und auf die Folgen einer medikamentösen HIV-Prävention eingehen. Fraglich ist beispielsweise, wie schützt das HIV-Medikament „Truvada“ bei sexuellem Kontakt mit einem HIV-positiven Partner schützt, dessen HI-Viren gegen Truvada resistent sind. Unklar ist auch, ob die Leitlinien für die Post-Expositionsprophylaxe nun auch auf eine zweifach anstatt dreifach Wirkstoffkombination zu ändern sind.

„Nicht nur aufgrund der hohen Kosten, die bei monatlich ca. 800 Euro liegen, können wir diese Strategie nicht empfehlen“, erklärt Prof. Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft von der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum, „auch besteht neben dem Risiko der Nebenwirkungen bei regelmäßiger Einnahme auch die Gefahr, bereits Resistenzen zu entwickeln, sodass im Falle einer HIV-Infektion später weniger Therapieoptionen bestehen“.

Beim STI-Kongress in Berlin stehen alle sexuell übertragbaren Infektionen im Fokus: Nicht nur aus der klinischen Perspektive, sondern auch im Kontext sozialwissenschaftlicher und epidemiologischer Aspekte wird über STI und die sexuelle Gesundheit diskutiert. Erstmals finden hier auch die Themen „Sexarbeit“ und „Sexualpädagogik“ Raum. „Die Förderung der sexuellen Gesundheit aus einem ganzheitlichen und fachübergreifenden Blickwinkel – das ist Ziel und Aufgabe dieses Jubiläumskongresses und unserer Fachgesellschaft, der DSTIG“, so Brockmeyer.

 

Weitere Informationen zum Jubiläumskongress der DSTIG

www.sti-kongress2012.de

 

Prof. Dr. N.H. Brockmeyer

Direktor Forschung und Lehre

Leiter Zentrum fĂĽr Sexuelle Gesundheit

Klinik fĂĽr Dermatologie, Venerologie und Allergologie

der Ruhr-Universität

Sprecher KompNet HIV/AIDS

Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG)

Gudrunstr. 56 44791 Bochum

Tel.: 0234-509 3471,Fax: 0234-509 3472

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Ausschreibung: Detlef-Petzoldt-Preis 2012

Einreichungsfrist bis 23. Mai verlängert!

Weiterhin sind Einreichungen möglich, wir freuen uns auf Ihre Bewerbung:detlef-petzoldt-preis

 

Die Deutsche STI-Gesellschaft schreibt 2012 den Detlef-Petzoldt-Preis für wissenschaftliche Originalarbeiten experimenteller, klinischer, sozialwissenschaftlicher Ausrichtung auf dem Gebiet der Prävention sexuell übertragbarer Infektionen (STI) und der sexuellen Gesundheit aus.

Wissenschaftliche Publikationen zu folgenden Themen

-          Prävention sexuell ĂĽbertragbarer Infektionen

-          STI-Gesundheitsförderung

-          STI-Forschung und sexuellen Gesundheitsforschung

-          STI-Therapie, -Diagnose oder -Behandlung

können bis zum 23. Mai 2012 an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. eingereicht werden.

 

Der Detlef-Petzoldt-Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird beim STI-Jubiläumskongress (14.-16- Juni 2012) in Berlin verliehen.

Bewerben können sich Wissenschaftler/innen aus dem medizinischen Bereich, aus dem öffentlichen Gesundheitswesen, den Sozialwissenschaften oder anderen relevanten Fachrichtungen, die sich mit Themen der sexuellen Gesundheit befassen.

 

Weitere Informationen finden Sie HIER